Leistungsmessung in der Grundschule

 

Verbindliche Vorgaben an unserer Schule

Schulrechtliche Situation:

Die gesetzliche Grundlage für Leistungsnachweise im bayerischen Schulsystem wird in Art. 52 (Nachweise des Leistungsstands, Bewertung der Leistungen, Zeugnisse) des Bayerischen Gesetzes über das Erziehungs- und Unterrichtswesen (BayEUG) vorgegeben:

Leistungsfeststellungen in der Grundschule dienen zum einen dem Nachweis über ein erreichtes Kompetenzniveau der Schüler, sind aber auch Grundlage für die Beratung der Eltern hinsichtlich des individuellen Lernweges des Kindes. Dazu werden in angemessenen Zeitabständen entsprechend der Art des Faches schriftliche, mündliche und praktische Leistungsnachweise erbracht, die sich aus dem unmittelbaren Unterrichtsablauf ergeben. Die Art der Leistung, ihre Anzahl, der Umfang, der Schwierigkeitsgrad sowie die Gewichtung der Leistungsnachweise richten sich nach den Erfordernissen der jeweiligen Jahrgangsstufe und werden durch die Lehrkraft in pädagogischer Verantwortung gestaltet.

Schriftliche Leistungsnachweise in der Grundschule werden durch Probearbeiten erbracht. In der Grundschule müssen sie sich auf dem unmittelbaren Unterrichtsablauf ergeben und dürfen nur in der 4. Jahrgangsstufe angekündigt werden. Das Verbot der Ankündigung schließt aber nicht aus, dass früher erlerntes Grundwissen geprüft werden kann. An einem Tag darf nur eine Probearbeit, in der Woche sollen nicht mehr als zwei Probearbeiten abgehalten werden. Ein wesentlicher Punkt ist, dass Aufgabenstellung, Zeitdauer, Schwierigkeitsgrad und Umfang von Probearbeiten im pädagogischen Ermessen und der pädagogischen Verantwortung der Lehrkraft stehen.

Festlegungen über die „Erstellung einer Probearbeit“ in der Grundschule der Schlossberg-Volksschule Nüdlingen

1. Ausgangspunkt ist der Notenschlüssel an der Schlossberg-Volksschule, der am 27.10.2004 verbindlich festgelegt wurde:

Note 1:    100% - 91% der Punkte          (Leistungsdimension)

Note 2:      90% - 81% der Punkte          (Leistungsdimension)

Note 3:      80% - 61% der Punkte          (Leistungsdimension)

Note 4:      60% - 31% der Punkte          (pädagogische Dimension)

Note 5:      30% - 10% der Punkte          (pädagogische Dimension)

Note 6:        9% -   0% der Punkte          (pädagogische Dimension)

Unter dem Aspekt der Leistungsdimension sind die Festlegungen für die Noten 1, 2 und 3 verbindlich einzuhalten, bei der Festlegung der Noten 4, 5 und 6 kann unter dem Aspekt der pädagogischen Dimension von den allgemein gültigen Prozentsätzen (60% - 41% = Note 4, 40% - 21% = Note 5; 20% - 0% = Note 6) bis zu den hier angegebenen Werten abgewichen werden.

2. Jede Probearbeit enthält Aufgaben zu folgenden Anforderungsebenen:

   Ebene 1:    Reproduktion (I)

    Ebene 2:    Reorganisation (II)

    Ebene 3:    Transfer (III)

    Ebene 4:    Problemlösen (IV)

3. Grundlage für die quantitative Berücksichtigung von Aufgaben mit unterschiedlichen Anforderungsniveaus ist folgende Aussage aus der Schulleiterkartei:

a) Die zentrale Notenstufe ist die Note „befriedigend“.

b) Schüler (…) erhalten die Note „befriedigend“, wenn ihre Reproduktions- und Reorganisationsleistungen weitgehend fehlerfrei sind. In der Praxis bedeutet das: Schüler, die in HSU nur auswendig Gelerntes fehlerfrei wiedergeben können oder in Mathematik keine schwierigen Sachverhalte lösen können, erhalten bestenfalls die Note „befriedigend“

4. In den Probearbeiten sind die Anforderungsebenen verbindlich nach folgender Vorgabe zu berücksichtigen: a) Eine Probearbeit muss in etwa so viele Punkte für Reproduktions- und Reorganisationsaufgaben vorsehen, wie laut Notenschlüssel Maximalpunkte für die Note „3“ erforderlich sind.

Beispiel: Eine Probearbeit hat folgenden Notenschlüssel:

        Note 1:    30 - 28 Punkte

        Note 2:    27 - 25 Punkte

        Note 3:    24 - 19 Punkte

        Note 4:    18 - 10 Punkte

        Note 5:      9 -   4 Punkte

        Note 6:      3 -   0 Punkte

Folgerung: Die Maximalpunktzahl für die Note „3“ sind in diesem Beispiel 24 Punkte. Also müssen für diese Probearbeit ca. 24 Punkte für Reproduktions- und Reorganisationsaufgaben (Stufen I und II) vorgesehen werden.

  b) Die restlichen Punkte sind mit Aufgaben belegt, die den Stufen III und IV zuzuordnen sind.

5. Zur Leistungsmessung werden Probearbeiten und keine Lernzielkontrollen geschrieben. Deshalb muss eine Abfrage, die der Leistungsmessung dient, eindeutig als „Probearbeit“ gekennzeichnet sein.

6. Aus pädagogischen Gründen darf der Klassendurchschnitt als allgemeine Rückmeldung nicht auf der Probearbeit erscheinen. Bei Einzelrückfragen durch die Erziehungsberechtigten kann der Klassendurchschnitt mündlich mitgeteilt werden.

7. Es werden keine Zwischennoten erteilt. Tendenzen können mit (+) oder (-) angegeben werden.

8. In der 1. Jahrgangsstufe werden keine Probearbeiten geschrieben. Das bedeutet nicht, dass keine Leistungserhebungen durchgeführt werden dürfen. Sie sollen sich auf ein Mindestmaß beschränken und weniger als Leistungskontrolle, sondern vielmehr als Leistungsanreiz empfunden werden und mit Verbalbemerkungen versehen sein, die den Leistungsstand des Schülers beschreiben.

9. In den Jahrgangsstufen 2 (ab 2. Halbjahr) und 3 gelten die Punkte 1 bis 7 dieser Festlegung, gleiche Probearbeiten in Parallelklassen werden aus pädagogischen Gründen nicht geschrieben. Trotzdem sind Inhalte des Unterrichts unter den Parallel-Lehrkräften abzusprechen.

10. In den Parallelklassen der 4. Jahrgangsstufe sind gleiche Probearbeiten zu schreiben. Dazu wird eine Absprache und Zusammenarbeit unter den Parallel-Lehrkräften  unumgänglich. Die Probearbeiten sind zu Beginn einer Lerneinheit / eines Moduls zu erstellen, damit jede Parallel-Lehrkraft den Unterricht entsprechend der fest gelegten Anforderungsebenen gestalten kann. Wenn pädagogische Gründe es erfordern (z.B. zusätzlicher Übungsbedarf, Krankheit der Schüler/der Lehrkraft etc.), werden die Proben möglichst zeitnah geschrieben.

11. Den Eltern werden in allen Klassen ab Jgst. 2 während des 1. Elternabends eines Schuljahres verbindlich die Überlegungen, die bei der Zusammenstellung und Bewertung einer Probearbeit maßgebend sind, mitgeteilt.

12. Diese Festlegungen gelten zum Großteil seit 2007 und treten in dieser überarbeitetenden aktualisierten Form zum Schuljahr 2013/14 in Kraft.

Nüdlingen, den 20.09.2013

                                                                                                               - Schulleitung und Kollegium der Grundschule-